Viel zu wenig und dann auch noch in schlechter Qualität!

Ruth Müller
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Abgeordnete Ruth Müller (SPD) prangert schlechte Ausstattung der Lehrkräfte mit FFP2-Masken an – „Qualität made in Niederbayern“ müsse auch in Niederbayern zum Einsatz kommen

Nicht nur, dass die vorgesehene Anzahl von zwei Masken pro Lehrperson viel zu gering ist, entsprechen diese noch nicht einmal den geforderten Eigenschaften zum Schutze des Trägers. Der Markt für Mund-Nasen-Bedeckung ist mittlerweile nahezu grenzenlos. Wo FFP2-Maske drauf steht steckt jedoch nicht zwangsläufig auch eine drin. Vielen dieser fälschlich deklarierten Masken erfüllen weder die Qualitätsmerkmale, die sie als solche auszeichnen würden, noch besitzen die Mogelmasken ein entsprechendes Zertifikat.  Insbesondere die chinesischen Modelle mit der Kennziffer KN95 sind bekannt dafür, nicht den geforderten Kriterien von zertifizierten FFP2-Masken zu entsprechen. Dies sind jedoch genau die Masken, die die bayerische Landesregierung ihren Lehrerinnen und Lehrer zugeschickt hat. Die Landtagsabgeordnete Ruth Müller kann diese Tatsache insbesondere deshalb nicht nachvollziehen, da Wirtschaftsminister Aiwanger erst kürzlich einer niederbayerischen Firma für den Erhalt des FFP2-Stempels gratuliert hat und im Landkreis Landshut auch andere Hersteller die qualitativ hochwertigen FFP2-Masken produzieren.  

Die SPD Landtagsfraktion hat bei der aktuellen Fragestunde an die Staatsregierung rund um das Thema Corona diesen Donnerstag bei Kultusminister Piazolo nachgefragt, wie es um den Zertifizierungsstandard der Masken, mit denen die bayerischen Lehrer und Lehrerinnen versorgt werden, bestellt ist. Die Masken seien „durchaus gleichwertig nach TÜV-Standard“, dennoch wolle der Minister auf Drängen der BayernSPD-Landtagsfraktion nachforschen, inwieweit die Masken aus verschiedenen Produktionschargen stammen und in welchem Land sie produziert worden sind.

„Es kann nicht sein, dass wir hochwertige Produkte für den adäquaten Schutz unserer Lehrerinnen und Lehrer direkt vor unserer Haustüre haben, wir uns aber aus finanziellen Gründen mit weitaus weniger Qualität zufrieden geben. Lehrkräfte leisten täglich einen systemrelevanten Job, sie vor dem Corona-Virus zu schützen sollte daher an erster Stelle stehen!“, ärgert sich die Abgeordnete.

Für Irritationen sorgt bei Müller auch das den Lehrer-Masken beigelegte Schreiben des Kultusministeriums, dass diese zwei Masken nur für „besondere Situationen“ gedacht seien. „Was soll man denn darunter verstehen?“, wollten die Sozialdemokraten stellvertretend für die vielen Lehrerinnen und Lehrer in Bayern wissen. Denn schließlich sei die gesamte Tätigkeit einer Lehrkraft trotz Hygienekonzepten gespickt von ‚besonderen Situationen´. Die Antwort des Ministers fiel äußerst unzufriedenstellend aus, den unter besonderen Situationen versteht das Kultusministerium lediglich „bestimmte Pausensituationen“ oder „Situationen, in denen man mal näher an den Schüler heranrücken“ muss.

Müller fordert die Staatsregierung dazu auf, ihrer Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachzukommen und den individuellen Arbeitsschutz zu gewährleisten: „Unsere Lehrer und Lehrerinnen brauchen genügend Qualitätsmasken mit hohem Standard, die sie während der ganzen Unterrichtszeit schützen und nicht nur ´in besonderen Situationen´“ ärgert sich Müller. Es wäre genug Zeit gewesen, in den Sommerferien gute Konzepte im Ministerium zu entwickeln. „Oder einfach den Anträgen der BayernSPD-Landtagsfraktion zu folgen, die schon im September gefordert hatten, Lehrkräfte mit FFP2-Masken auszustatten“.

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