Neue Attraktionen auf der Burg Trausnitz

Burg Trausnitz - Landshut
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Wiedereröffnung der Tapisseriensäle und des St.-Georgs-Rittersaals

Ab Freitag (27. August) erwarten die Besucherinnen und Besucher auf der Burg Trausnitz in Landshut zahlreiche neue Attraktionen: Sechs Säle mit wertvollen Kunstwerken in zum Teil vollständig neuer Gestaltung werden wieder für die Besichtigung geöffnet.

Seit 2016 hat die Bayerische Schlösserverwaltung die kostbare Folge großformatiger Bildteppiche mit Szenen aus dem Leben des Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach restaurieren lassen. Nun präsentieren zwei Säle sechs dieser bedeutenden Tapisserien in wiedergewonnener, geradezu atemberaubender Farbenpracht. Die vor 400 Jahren für den bayerischen Herzog Maximilian I. in Paris gewirkten Bildteppiche wurden nach dem verheerenden Brand der Trausnitz 1961 als Exponate für die Burg gewonnen. Ihre Motive zur Geschichte Bayerns wie etwa „Die Belehnung Ottos von Wittelsbach mit dem Herzogtum Bayern im Jahr 1180“, mit rund 33 Quadratmetern der größte Teppich der Folge, passen hervorragend zur Burg Trausnitz und ihrer über 800-jährigen Tradition als einer der ältesten Herrschersitze Bayerns. Der Bildteppich „Die Erbauung Landshuts“ zeigt die niederbayerische Residenzstadt und ihre Burg und auf der Tapisserie „Die Huldigung der Stände“ ist Herzog Ludwig der Kelheimer, der Gründer der Burg im Jahr 1204, als Kind zu sehen.

Die Tapisserien wurden sehr aufwendig im belgischen Mechelen in einem Spezialverfahren mit Aerosolnebel gereinigt und in Halle auf der Burg Giebichenstein restauriert. Die Bayerische Schlösserverwaltung investierte rund 300.000.- € in die Maßnahme für diesen kostbaren Kunstschatz. Auf der Trausnitz sind die Tapisserien nun in purpurroten Rahmen und konservatorisch perfekt präsentiert zu bewundern. Eine neu eingebaute Sockeltemperierung stabilisiert das Klima in allen sechs Räumen und erstmalig bringt eine schonende LED-Beleuchtung die Exponate zum Strahlen. Die erstaunliche Ausführungsqualität der gewirkten Bildteppiche und ihre spannenden Geschichten, wie etwa die trickreiche Erstürmung der Etschklause bei Verona unter dem Kommando Ottos und im Beisein Kaiser Friedrich Barbarossas, sind nun wieder unmittelbar anschaulich.

Auch der St.-Georgs-Rittersaal erwartet die Gäste mit neuen Attraktionen. Dieser 1535 entstandene Saal wurde nun durch die Museumsabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung in München ganz gemäß der Zeit seines Bauherrn Herzog Ludwig X. von Bayern eingerichtet. Der Renaissancefürst war der letzte regierende Herzog, der auf der Trausnitz residierte, und der Erbauer der Stadtresidenz Landshut. Das älteste authentische Möbelstück der Trausnitz, ein beeindruckender Doppelfassadenschrank mit Eschenholzfurnier aus dem frühen 16. Jahrhundert, ist hier nun neben einer kapitalen Renaissancetruhe zu bewundern.

Dazu wird eine um 1530 gemalte Serie mit Bildnissen von Fürstinnen gezeigt, die mit der „Landshuter Hochzeit“ zwischen Georg dem Reichen und Hedwig von Polen im Jahr 1475 in Verbindung stehen. Bei dieser „kleinen Schönheitengalerie“ handelt es sich um sehr selten erhaltene sogenannte Tüchleinmalerei, bei der mit wasserlöslicher Leimfarbe auf feines Leinen gemalt wurde. Bedeutende Künstler wie Dürer haben ebenfalls auf Tüchlein gemalt. Auch das legendäre Bildnis der polnischen Braut Hedwig hat nun in diesem Saal einen attraktiven Platz gefunden. Alle sieben Gemälde wurden wie auch Schrank und Truhe sorgfältig restauriert.

Die Stube und das Kabinett der Herzogin als reich möblierte Räume mit Einblick in die Narrentreppe und der bereits 2011 museal-didaktisch neu gestaltete Erinnerungsraum an das einstige „Absteigequartier“ König Ludwigs II. auf der Trausnitz runden die nun wiedereröffnete Raumsequenz ab.

Zentrum von Macht und Herrschaft – die Burg Trausnitz

Die Burg Trausnitz in Landshut war seit ihrer Gründung 1204 bis ins 16. Jahrhundert Zentrum von Macht und Herrschaft der Wittelsbacher in Bayern. Die mittelalterliche Burg mit ihren eindrucksvollen Befestigungswerken war für ein Vierteljahrtausend Residenz und Regierungssitz der niederbayerischen Herzöge. Im 16. Jahrhundert erhielt die Burg als Hofhaltung des bayerischen Erbprinzen in Teilen das Aussehen eines Renaissanceschlosses.

Die Burg Trausnitz ist täglich von 9–18 Uhr geöffnet. Da Corona-bedingt derzeit keine Gruppenführungen stattfinden, können die Besucherinnen und Besucher die Burg im freien Rundgang besichtigen.

Bild von Alf Mayer auf Pixabay

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