Frauen nachhaltig entlasten – ÖDP will Erziehungsarbeit bezahlen

Weltfrauentag in der Corona-Krise macht Strukturprobleme deutlich
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Weltfrauentag in der Corona-Krise macht Strukturprobleme deutlich

Corona verstärkt nach Ansicht des Bundesarbeitskreises Frauen in der ÖDP lange vorhandene Defizite bei Geschlechtergerechtigkeit und Bildung. „Eltern von unter 12-jährigen Kindern sind in besonderem Maße von den Kita- und Schulschließungen betroffen, da für diese Altersgruppe eine Betreuung der Kinder zuhause durch die Eltern erwartet wird. Überlastungen durch paralleles Home-Schooling und Home-Office setzen dieser Bevölkerungsgruppe am meisten zu“, so Julia Prantl, die neu gewählte Vorsitzende des Bundesarbeitskreises (BAK) Frauen in der ÖDP.

Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung übernehmen Frauen zurzeit einen noch größeren Anteil an der Kinderbetreuung als schon vor der Krise. Sehr viel mehr Mütter als Väter haben danach ihre Arbeitszeit für die Familie reduziert – unabhängig von Kurzarbeit. Oft spielt dabei das Finanzielle die entscheidende Rolle, weil der Vater mehr verdient. Selbst viele Elternpaare, die sich die Erziehungsarbeit vor Corona ungefähr gleich aufgeteilt haben, leben wieder nach traditionelleren Rollenmustern: Etwa 40 Prozent dieser Paare geben an, die Arbeit zu Hause nicht mehr gleichberechtigt aufzuteilen. Dies ist überaus alarmierend!

„Wir wollen,“ so Julia Prantl, „keine Rolle rückwärts, sondern favorisieren einen gänzlich anderen Ansatz: Weg von Lohnersatzleistung und Almosen, hin zu einer echten Geschlechter- und Lohngerechtigkeit. Gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit in Betreuung, Erziehung und häuslicher Pflege will die ÖDP der außerhäuslichen Erwerbsarbeit durch ein abgabenpflichtiges und rentenwirksames Erziehungsgehalt (EZG) gleichsetzen. Das EZG entspricht für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes der Höhe der bisherigen staatlichen Subventionierung eines Krippenplatzes. Dieser erste Schritt soll der Leistung gerecht werden, die Eltern heute für die Gesamtgesellschaft erbringen. Alleinerziehende befreit ein EZG aus der Abhängigkeit von Hartz IV. Dieser Ansatz wird vor allem mit Blick auf die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung essentiell, da besonders bisher klassische Frauenberufe wegzufallen drohen.

Foto: Mylene2401@pixabay.com

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