Bayerns Grundwasser retten

Bayerns Grundwasser retten Grünes Anfrage-Paket zeigt viel zu hohe chemische Belastung in allen bayerischen Bezirken – auch in Niederbayern
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Grünes Anfrage-Paket zeigt viel zu hohe chemische Belastung in allen bayerischen Bezirken – auch in Niederbayern

Ein Anfrage-Paket der Landtags-Grünen Rosi Steinberger, Patrick Friedl und Christian Hierneis mit vielen Kolleg*innen aus den Regionen legt die Grundwasserprobleme in Bayern offen. „Die Antworten der CSU/FW-Staatsregierung belegen, dass die bisherigen Maßnahmen nicht greifen. Die Belastung mit Nitrat und Pestiziden von Bayerns Grundwasser ist in allen Bezirken viel zu hoch“, resümiert Patrick Friedl, naturschutzpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion.
In Niederbayern konzentrieren sich die Grenzwertüberschreitungen bei Nitrat auf die intensiv landwirtschaftlich genutzten Bereiche der Landkreise Rottal-Inn, Straubing-Bogen, Landshut, Deggendorf und Dingolfing-Landau. Der Spitzenwert wurde im südlichen Lkr. Landshut gemessen. Er liegt mit 110mg/l Nitrat mehr als doppelt so hoch wie der Grenzwert. Von den 39 niederbayrischen Messstellen mit Werten über 37,5mg/l Nitrat zeigten 12 (30%) eine Zunahme der Nitrat-Konzentration in den letzten drei Jahren.
Bei den Pestiziden spielt in Niederbayern immer noch das längst verbotene Herbizid Atrazin und sein Abbauprodukt eine große Rolle. Der Spitzenwert mit 0,76 μg/l wurde im Landkreis Landshut ermittelt, wobei der bundesweite Grenzwert bei lediglich 0,1μg/l liegt. Insgesamt wurde an 33 Messtellen in Niederbayern in den letzten drei Jahren eine Grenzwertüberschreitung bei Pestiziden festgestellt, so viel wie in keinem anderen Regierungsbezirk.
„Über 90 Prozent des Trinkwassers wird in Bayern aus Grundwasser gewonnen. Es ist geradezu fahrlässig, dass die Staatsregierung die Probleme mit zu viel Nitrat und Pestiziden im Grundwasser nicht angeht, obwohl sie seit Jahrzehnten bekannt sind“, bemängelt Christian Hierneis, umweltpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion.
„Statt die Hauptverursacher, nämlich intensive Tierhaltung und intensiven Ackerbau zu benennen und zu reglementieren, werden nur halbherzige Maßnahmen ergriffen, die nichts bringen“, kritisiert Toni Schuberl, Landtagsabgeordneter aus Passau.
„Der einzige Ausweg ist die konsequente Förderung des Ökolandbaus, der von der Staatsregierung bislang nur stiefmütterlich behandelt wird. Es wird Zeit, dass die Regierung sich endlich um sauberes Grund- und Trinkwasser kümmert“, so Rosi Steinberger, Landtagsabgeordnete aus Landshut und Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt- und Verbraucherschutz.

Im Anhang die Anfrage „Situation des Grundwassers in Niederbayern“.

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