Abflussgeschehen bei Starkregenereignissen besser verstehen

Bilanz der Landshuter Feuerwehr zum extremen Unwetter am Abend des 29. Juni
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Baureferat bittet Bürger um Mithilfe

Insbesondere Bild- und Videoaufnahmen von den Fließwegen der Wasserströme können wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer effektiven Maßnahmenstrategie leisten

Das schwere Unwetter vom vergangenen Dienstagabend – aufgrund der in nur 30 Minuten gefallenen Niederschlagsmenge von knapp 60 Litern pro Quadratmeter ein sogenanntes „100-jährliches Ereignis“ – hat im gesamten Stadtgebiet erhebliche Schäden verursacht. Auch wenn sich die Auswirkungen solcher Extremwetterlagen trotz aller Bemühungen nie ganz ausschließen lassen werden, ist es natürlich das Ziel der Stadtverwaltung, aus den jüngsten Erfahrungen zu lernen und, soweit möglich, geeignete Gegenmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Oberste Priorität hat die Prüfung und Optimierung der Rückhalte- und Abflussmöglichkeiten. Bei der Aufarbeitung des Unwetters bittet das zuständige Baureferat nun auch um die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger.

Neben dem Hochwasserschutz gegen ausufernde Fließgewässer, im Bereich Landshut also insbesondere der Isar, gewinnt der Schutz gegen wild abfließendes Niederschlagswasser zunehmend an Bedeutung. Weil sich die daraus ergebenden Gefährdungen, wie am Dienstag geschehen, über weite Bereiche des Stadtgebiets und insbesondere alle Hang- und hangnahen Lagen erstrecken können, muss die Maßnahmenstrategie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Das Baureferat der Stadt Landshut ist unabhängig von den jüngsten Ereignissen daher schon seit geraumer Zeit mit der Erstellung eines Konzepts zum Starkregen-Risikomanagement befasst, das jedoch zunächst überwiegend auf theoretischen Annahmen basiert.

Wenn ein solch folgenschweres Unwetter wie jenes vom Dienstagabend wenigstens etwas Positives haben soll, dann die Möglichkeit, das Abflussgeschehen, das in einer solch extremen Wettersituation tatsächlich stattgefunden hat, genau analysieren zu können. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wird das Baureferat in die künftige Maßnahmenstrategie einfließen lassen. Die wesentlichen Problemstellen sind zwar bekannt, aber da sich eine effektive Strategie nur aus vielen Teilmaßnahmen zusammensetzen kann, sind möglichst viele Informationen und Beobachtungen über das Abflussgeschehen hilfreich. Das gilt allem voran für Fließwege, Ursprung/Herkunft und Abflussrichtung der Wasserströme, Wasseranstauhöhen an Gebäuden und sonstigen Objekten und die Überlastung von Entwässerungsanlagen. Entsprechende Informationen aus der Bürgerschaft können dabei einen wichtigen Beitrag leisten.

Das Baureferat hat deshalb eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: Unter sturzflutinfo@landshut.de können ab sofort entsprechende Mitteilungen, Bild- und Videodateien eingereicht werden, die bei der Aufarbeitung hilfreich sein könnten. Für die wertvolle Mithilfe bedankt sich die Stadt Landshut schon jetzt herzlich.

Bildrechte: Feuerwehr Landshut

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