4.700 km Asbest-Zementrohre in Bayern: SPD-Fraktion fordert Sanierungsprogramm

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Kosten gehen in die Milliarden – Klamme Kommunen könnten Austausch der gesundheitsschädlichen Rohre aufschieben

Die BayernSPD-Landtagsfraktion fordert ein kommunales Förderprogramm zur Sanierung von Asbestzementrohren. Eine Anfrage der SPD-Abgeordneten Ruth Müller hat ergeben, dass in Bayern insgesamt ca. 4.700 km Asbestzementrohre verlegt sind. Wegen EU-Vorschriften dürfen Kanäle heute nicht mehr mit Asbest gebaut werden, weil dieser als gesundheitsgefährdend gilt. Auch Sanierungen solcher Rohre sind nicht erlaubt, wenn damit die Lebenszeit verlängert wird. Die Kommunen sind daher gezwungen, sanierungsbedürftige Rohre komplett zu ersetzen. Müller: „Die Asbestrohre stellen ein nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko da. Der Staatsregierung muss also daran gelegen sein, dass die betroffenen Rohre zügig ausgetauscht werden. Es geht hier um den Gesundheitsschutz für die Bevölkerung!“

Laut Staatsregierung sind derzeit schon ca. 940 km Rohrleitungen sanierungsbedürftig, nach und nach wird man aber alle Rohre austauschen müssen. Der Austausch kostet pro laufender Meter 450 Euro, sodass insgesamt Kosten in Höhe von 2,1 Milliarden Euro auf die Städte und Gemeinden zukommen. Alleine für die akut sanierungsbedürftigen Rohre sind 423 Millionen Euro zu veranschlagen.

Kommunalexperte Klaus Adelt unterstreicht: „Der Austausch der Asbestrohre kostet Milliarden! Die Kommunen brauchen bei dieser Aufgabe Unterstützung. Besonders kleine Gemeinden sind hier mit den Kosten schnell überfordert und schieben dringende Sanierungen dann lieber auf.“

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